Dienstag, 10. November 2009

Big 5, you are beautiful

Elefanten, Impalas, Giraffen, Krokodil, verschiedene Böcke, Büffel, Nashörner, Baboons, Warzenschweine, Löwen, Mungos, ein Leopard, Zebras, kunterbunte Vögel, ...

Nein, es handelt sich hierbei nicht um die Besetzungsliste vom „König der Löwen“. Alle diese Tiere liefen und bei unserem Besuch im Krüger Nationalpark buchstäblich über den Weg. Aber von vorne …


Es war ja eigentlich schon eine Schande, dass wir es nicht schon früher dorthin geschafft hatten, da der Park beinahe direkt um die Ecke liegt, aber besser spät als nie.

Zusammen mit Maja und Jana ging es also an einem Wochenende Mitte Oktober auf zur flächenmäßig größten Attraktion Südafrikas. Nach einigen Schwierigkeiten beim Eingang (man wollte uns den Nachlass für Einwohner nicht geben, obwohl wir mit einem Jahresvisum als solche gelten), konnten wir schließlich schon unter den ersten Gästen in unserem Scout VW Bus in das Natur- und Tierschutzgebiet.

Den ganzen Samstag fuhren wir dann den südwestlichen Teil ab und trafen auf zahlreiche Kreaturen. Man darf sich aber den Krüger Park nicht wie einen Zoo vorstellen, in den man hineinfährt und sofort Tiere sieht. Abgesehen von Impalas, die beinahe an jeder Ecke grasen und auch nur bei den ersten drei mal noch das Foto wert sind, sahen wir in der ersten Stunde so gut wie nichts. Unsere erste Begegnung mit einem größeren Wesen war dann auf einer entlegenen Dirtroad, wo ganz gemächlich ein einsamer Elefant direkt auf unseren Kombi zutrottete. Der Dickhäuter lies sich in keinster Weise von uns beirren, als wir ihn aus dem Auto heraus betrachteten und fleißig Fotos schossen, und suchte sich seinen Weg an uns vorbei und hielt hier und da für einen kleinen Snack.

Und das war nur unsere erst Tiersichtung. Für unsere restlichen Erlebnisse lasse ich aber am besten Bilder sprechen:

Der Krügerpark ist mit zahlreichen Dirtroads wie dieser durchzogen, auf denen man schon einmal stundenlang keinem anderen Auto begegnen kann.


Täglich werden in den Camps im Park Tafel aufgehängt, auf denen angezeigt wird,
wo welches Tier schon gesichtet wurde.


DIE BIG 5

... sind 5 Tiere, die früher von Großwildjägern besonders gerne erlegt wurden. Der Name bezieht sich dabei aber nicht umbedingt auf die Körpergröße, sondern auf die Gefahren und Schwierigkeiten, bei der Jagd auf sie. (Danke wiki!) Heute werden die Big 5 natürlich nicht mehr geschossen (zumindest nicht legal) und es ist richtig selten sie alle bei einem Besuch zu erwischen. Wir hatten jedoch riesiges Glück ...

Elefant (einer von vielen)

Löwinnen, die sich sonnen

etwas schwer zu erkennen: Leopard mit erlegter Beute im Baum

Nashorn

eine ganze Büffelherde (bestimmt 200 Tiere!)

WEITERE SICHTUNGEN

Zebra

Giraffe

Warzenschwein

Baboons

Impalas

Zebra, Elefant & Löwe

... die Löwenjungen machen die Familie dann komplett (gesichtet zusammen mit den Mamas)

Kudu

Geier

Krokodil am Wasserloch

Elefantenherde und verschiedene Böcke am gleichen Wasserloch

... und noch mehr Elefanten (das Baby musste einfach dazu)

Ein Hippo war sehr zu unserem Bedauern leider nicht unter den Sichtungen. Aber wir sind uns ziemlich sicher, immerhin die Augen eines Exemplares beim Auftauchen aus dem Wasserloch gesehen zu haben. Immerhin etwas …


WIR WAREN WIRKLICH DA - GANZ NAH

Der Krügerpark ist, wie man, denke ich, schon an den Bildern erkennen kann, wirklich eine tolle Erfahrung. Vor allem die Tiere so unmittelbar in ihrer natürlichen Umgebung sehen zu können, ist einfach nur atemberaubend schön und die zwei Tage mit Übernachtung in einem Parkcamp haben sich wirklich gelohnt (wir haben später übrigens im Camp doch noch unseren Einwohnertarif bekommen).

Im Laufe meines Jahres werde ich sicherlich auch noch öfter dorthin zurückkehren ….



- to be continued -

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Ukuhlele Caro - An African birthday

Jetzt ist mein Geburtstag zwar schon wieder über einen Monat her, aber hier dennoch ein kleiner Bericht über die Feierlichkeiten:

Wie es der Zufall, vielleicht auch das Schicksal, so will, erblickte Rebecca genau einen Tag nach mir das Licht der Welt - wenn auch ein Jahr im Vorraus. Der schlaue Volunteer zählte draufhin ein und eins zusammen und folgerte: Doppelparty in German Cottage!


Am 11. September, einem Freitag, begann also unser Geburtstagsmarathon wie gewöhnlich mit Arbeit. Zum Glück muss das Office am letzten Werktag der Woche nur bis 1 Uhr voll besetzt sein und wir konnten früh den Feierabend einläuten. Die Partyvorbereitungen bestanden im Grunde aus Einkaufen und dekorieren, wobei wir keine Hausfete geplant hatten, sondern das ganze einfach im netten Kreise und bei gutem Essen zelebrieren wollten.

Geschenkübergabe (ein ganz persöhnliches "Volunteer-Kochbuch"!!)

Anwesend waren letztendlich Fabi, Jan und seine Freundin Steffi, Jana, die drei südafrikanischen Rover Muzi, Lunga und Henry und selbstverständlich wir zwei Geburstagskinder. Zur Verkostung wurde hausgemachte Pizza gereicht, anschließend Kuchen und eigens hergestelltes Popcorn.

leckerer Krümelkuchen - Kuchenrunde im Wohnzimmer

Steffi & Jan

Jana

Lunga, Henry & Muzi

Fabi, Rebs & Muzi

Der nach Großmutters Rezept gebackene Krümelkuchen landete im Laufe des Abends sogar noch in meinem Gesicht, weil Henry mir weismachen wollte, dass dies alte südafrikanische Tradition sei. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob er mich damit nur auf den Arm nehmen wollte, aber ich dachte mir, was solls: „der gute Kuchen“ kann schließlich auch meiner Haut nicht schaden und ich diente allgemein der Belustigung.

ich, "der gute Kuchen" in meinem Gesicht und Henry

Ein weiteres Highlight des Abends war der eigens für mich gesungene Remix aus deutschen, englischen und südafrikanischen Geburtstagsliedern. Da hieß es dann Gabeln … äh Mikros hoch und „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein“ machte den Anfang, dicht gefolgt von „Happy Birthday“. Während die südafrikanischen Gäste bei ersterem Lied noch tapfer versuchten von Liedblättern ablesend mitzusingen, versagte den deutschen Anwesenden beim folgenden Song die Sprache. Muzi, Lunga und Henry stimmten ein Geburtstagsständchen aus siSwati an, welches in der ersten Strophe lediglich aus „Ukuhlele Caro“ mit mehreren Wiederholungen bestand. Nach einer zweiten Strophe, deren Text ich nicht verstand, folgte noch ein Countdown – oder besser „Countup“ - bis zur 20. „Ukuhlele“ bedeutet übrigens „you are grown up“, das heißt die drei besangen die Tatsache, dass ich nun erwachsen geworden sei. Ein wirklich tolles Geburtstagslied, das ich wohl nicht so schnell vergessen werde und welches zum Glück auch auf Video festgehalten wurde.

ich mit Henry (aka "Der Picknicker")

Rebs mit Muzi

Mit diesen und weiteren witzigen Einlagen klang mein Geburstag also gemütlich aus und ging mit einem großen Tusch in Rebeccas 21sten über.

Henry überreicht das Zertifikat für 21-Jährige

Alle Gäste blieben über Nacht und genossen am nächsten Morgen ein ausgiebiges Frühstück. Für den Rest des Tages war dann erst einmal Entspannen angesagt. Rebecca hatte es auch irgendwie geschafft, genau zu ihrem Ehrentag die Sonne wieder herauszulocken. Mir blieb ein warmer, sonniger 11. September verwehrt – und da dachte ich, ich habe mal in Afrika Geburtstag und es ist schönes Wetter. Wie auch immer, der Tag verlief ganz relaxt im Garten und als Krönung leckere Himbeertorte a la Rebs.


ausgiebiges Frühstück an zu kleinem Tisch für zu viele Leute

Am Abend ging es auf ins „Blue Moon“, ein Lokal außerhalb Nelspruits, mit wahnsinnig schöner Kulisse. Der Außenbereich ist wie eine Art Amphitheater am Hang gelegen und von dort schaut man auf ein halbrundes Gebäude, das an einer Seite komplett offen ist. Darin befindet sich dann die Bühne, das heißt man kann entweder von den breiten Stufen außen – teilweise mit Feuerkörben bestückt – oder vom seitlichen Sitzbereich innen der Musik lauschen. Einfach ein Lokation, die man gesehen haben muss. Dort traten dann verschiedene ansässige Bands auf, die teils eigene Lieder, teils Coversongs zum Besten gaben.

So klang unser Geburtstagsmarathon schön bei verschiedenen Stilen der Rockmusik aus.



Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an alle Gratulanten! Ngiyabonga!

- to be continued -

Dienstag, 6. Oktober 2009

Chips & Toast & Peri-Peri

Ich habe beschlossen dem südafrikanischen Essen hin und wieder einen eigenen Eintrag zu widmen. Im German Cottage kochen wir Freiwilligen zwar eigentlich immer selbst, doch ab und zu wird auch auswärts gegessen. Und da tauchen dann doch schon mal Neuheiten und Unterschiede auf.
Hier das erste Beispiel:


Pommes „Township-style“

Pommes gibt es wohl überall auf der Welt, doch jedes Land hat unterschiedliche Vorstellungen über die beste Zubereitung und den geschmackvollsten Verzehr der gelben Knolle.
Auch die Südafrikaner sind hier keine Ausnahme.
Anstatt zu Onkel McDonald zu laufen, kauft man die Chips, wie Pommes hier heißen, in der Regel an Ständen oder in anderen Lokalitäten. Dabei sollte man sich als Europäer jedoch nicht unbedingt auf knusprige Stäbchen freuen. Die Pommes an sich sind normalerweise noch weich und grundsätzlich auch immer etwas dicker, aber dennoch genießbar.


Den speziellen südafrikanischen Charme machen jedoch nicht die Chips an sich aus, sondern die Art des Verzehrs. Nichts da mit „Pommes rot/weiß“ und schlichtem Essen mit Messer und Gabel! Überlicherweise werden hier mehrere Kartoffelsticks auf eine Toastbrotscheibe gelegt und anschließend in dieser eingewickelt, je nach Belieben ist das auch als Sandwich mit zwei Scheiben Weißbrot möglich. Hauptsache mit Toast (ungetostet natürlich).


Als ich diese Art Pommes zu Essen das erste Mal gesehen habe, dachte ich wirklich, dass es nicht schmecken kann. Aber ich muss wirklich sagen, es schmeckt. Ziemlich gut sogar. Vor allem, wenn dann noch die scharfe Peri-Peri-Sauce oder etwas Ähnliches über die Pommes geträufelt wurde (das Toastbrot nimmt gleich die zum Teil wahnsinnige Schärfe).


Fazit: Pommes „Township-style“ sind durchaus zu empfehlen, jedoch nicht gerade mit Diätplänen oder gesunder Ernährung vereinbar. ;)


Zum Abschluss auch noch einen besonderen Gruß an eine Genießerin, deren Name eigentlich untrennbar mit den Chips verbunden ist:
Eh Rebs!
Keep on with Chips "Township-style" in Germany! :)




Und um auch den zweiten Heimgereisten nicht zu vergessen:

Fabi, denk dran:
immer schön mit "scharf" bestellen!





- to be continued -

Sonntag, 13. September 2009

Hit the road ...

Ein erster größerer Zeitabschnitt in Südafrika ist vorbei.
Vor einem Monat bin ich in Johannesburg aus dem Flugzeug gestiegen und habe damit den Sprung in ein außergewöhnliches, spannendes Jahr in Afrika gewagt. Inzwischen fühle ich mich einigermaßen heimisch und habe schon so viel erlebt, dass es mir vorkommt, schon viel länger von zuhause weg zu sein.

Eines meiner bisherigen Highlights war unser Wochenende auf der Panorama Route.
Gemeint ist damit eine bestimmte Strecke, an der man an berühmten und vor allem beeindruckenden Sehenswürdigkeiten Mpumalangas vorbeikommt.
Für zwei Tage machten wir uns mit dem bepackten VW Bus auf, die so nahe gelegenen Naturspektakel zu erkunden. Mit "wir" sind im Übrigen meine Volunteerkollegen Rebecca, Jan und Fabi, sowie Jana, ein deutsches Au Pair aus Hazyview, und selbstverständlich ich gemeint.

Samstag brachen wir vormittags auf und unser erstes Ziel hieß Bridal Veil, ein kleinerer der zahlreichen Wasserfälle. Danach gings ab zum Pinnacle View, einem riesigen freistehenden Felsen, dicht gefolgt vom Wonder View, einem Aussichtspunkt mit atemberaubenden Blick auf die Gegend. Die Lisbon Falls waren unsere letzte Station für den Tag. Hier ließen wir es uns, wie schon beim ersten Wasserfall, nicht nehmen, ein bisschen zu klettern, sodass wir letztendlich sogar oben auf dem Gefälle standen.
Zum wohlverdienten Abendessen kehrten wir bei Harry's Pancakes in Graskop ein und ließen uns die legendären Pfannkuchen mit verschiedenen Füllungen schmecken. Wirklich ein Genuss!!
Unsere Schlafstätte bildete teils der Bus, abgestellt auf einem Campingplatz in der Stadt, und teils die Wiese davor unter Sternenhimmel.
Nach einer kurzen Nacht, brachen wir um 5 Uhr morgens schon wieder auf, um die nächste Station auf unserer Tour bei Sonnenaufgang zu erleben: die Three Rondavels im Blyde River Canyon. Letzterer ist übrigens der drittgrößte Canyon der Welt und bot uns einen gigantischen Anblick. Die Three Rondavels sind zylinderförmige Felsenformationen mit hutähnlichen "Dächern". Dort genossen wir den Sonnenaufgang, sowie ein kleines, selbst mitgebrachtes Frühstück und machten uns anschließend auf zu Bourke's Luck Potholes, wo sich das Wasser seinen Weg durch gewaltige Löcher im Boden bahnt. Hier entschieden wir uns außerdem dafür, einen der Wanderwege auszuprobieren und liefen einige Stunden auf den Boden gemalten Fußspuren hinterher, bis unsere Wanderlust in der prallen Hitze Afrikas nachlies.
Zum Abschluss der Tour ging es noch einmal zurück nach Graskop, um - auch zum Erstaunen der Kellner - erneut einen Abstecher bei Harry's Pancakes zu machen. Gegen den Ruf der Pfannkuchen sollte man sich nicht wehren ...

Soweit eine kurze Beschreibung zu unserem Wochenende auf der Panorama Route.
Beeindruckender und interessanter sind wohl sowieso die Bilder von unserer Reise, denen ich jetzt nicht länger mit Text im Weg stehen werde.

Bridal Veil


Pinnacle





Wonder View


Lisbon Falls


Bitte recht freundlich!


... so, wem sind jetzt die Menschen auf dem oberen Bild aufgefallen?




Jump!


Harry's Pancakes




Blyde River Canyon & Three Rondavels

... photo shooting ...

Jan
ich
Fabi
Jana
Rebecca


Potholes





Wer noch nicht genügend Eindrücke von unserer Tour hat, kann auch gerne auf Fabis Webseite noch mehr Bilder bewundern.

- to be continued -