Donnerstag, 15. Oktober 2009

Ukuhlele Caro - An African birthday

Jetzt ist mein Geburtstag zwar schon wieder über einen Monat her, aber hier dennoch ein kleiner Bericht über die Feierlichkeiten:

Wie es der Zufall, vielleicht auch das Schicksal, so will, erblickte Rebecca genau einen Tag nach mir das Licht der Welt - wenn auch ein Jahr im Vorraus. Der schlaue Volunteer zählte draufhin ein und eins zusammen und folgerte: Doppelparty in German Cottage!


Am 11. September, einem Freitag, begann also unser Geburtstagsmarathon wie gewöhnlich mit Arbeit. Zum Glück muss das Office am letzten Werktag der Woche nur bis 1 Uhr voll besetzt sein und wir konnten früh den Feierabend einläuten. Die Partyvorbereitungen bestanden im Grunde aus Einkaufen und dekorieren, wobei wir keine Hausfete geplant hatten, sondern das ganze einfach im netten Kreise und bei gutem Essen zelebrieren wollten.

Geschenkübergabe (ein ganz persöhnliches "Volunteer-Kochbuch"!!)

Anwesend waren letztendlich Fabi, Jan und seine Freundin Steffi, Jana, die drei südafrikanischen Rover Muzi, Lunga und Henry und selbstverständlich wir zwei Geburstagskinder. Zur Verkostung wurde hausgemachte Pizza gereicht, anschließend Kuchen und eigens hergestelltes Popcorn.

leckerer Krümelkuchen - Kuchenrunde im Wohnzimmer

Steffi & Jan

Jana

Lunga, Henry & Muzi

Fabi, Rebs & Muzi

Der nach Großmutters Rezept gebackene Krümelkuchen landete im Laufe des Abends sogar noch in meinem Gesicht, weil Henry mir weismachen wollte, dass dies alte südafrikanische Tradition sei. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob er mich damit nur auf den Arm nehmen wollte, aber ich dachte mir, was solls: „der gute Kuchen“ kann schließlich auch meiner Haut nicht schaden und ich diente allgemein der Belustigung.

ich, "der gute Kuchen" in meinem Gesicht und Henry

Ein weiteres Highlight des Abends war der eigens für mich gesungene Remix aus deutschen, englischen und südafrikanischen Geburtstagsliedern. Da hieß es dann Gabeln … äh Mikros hoch und „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein“ machte den Anfang, dicht gefolgt von „Happy Birthday“. Während die südafrikanischen Gäste bei ersterem Lied noch tapfer versuchten von Liedblättern ablesend mitzusingen, versagte den deutschen Anwesenden beim folgenden Song die Sprache. Muzi, Lunga und Henry stimmten ein Geburtstagsständchen aus siSwati an, welches in der ersten Strophe lediglich aus „Ukuhlele Caro“ mit mehreren Wiederholungen bestand. Nach einer zweiten Strophe, deren Text ich nicht verstand, folgte noch ein Countdown – oder besser „Countup“ - bis zur 20. „Ukuhlele“ bedeutet übrigens „you are grown up“, das heißt die drei besangen die Tatsache, dass ich nun erwachsen geworden sei. Ein wirklich tolles Geburtstagslied, das ich wohl nicht so schnell vergessen werde und welches zum Glück auch auf Video festgehalten wurde.

ich mit Henry (aka "Der Picknicker")

Rebs mit Muzi

Mit diesen und weiteren witzigen Einlagen klang mein Geburstag also gemütlich aus und ging mit einem großen Tusch in Rebeccas 21sten über.

Henry überreicht das Zertifikat für 21-Jährige

Alle Gäste blieben über Nacht und genossen am nächsten Morgen ein ausgiebiges Frühstück. Für den Rest des Tages war dann erst einmal Entspannen angesagt. Rebecca hatte es auch irgendwie geschafft, genau zu ihrem Ehrentag die Sonne wieder herauszulocken. Mir blieb ein warmer, sonniger 11. September verwehrt – und da dachte ich, ich habe mal in Afrika Geburtstag und es ist schönes Wetter. Wie auch immer, der Tag verlief ganz relaxt im Garten und als Krönung leckere Himbeertorte a la Rebs.


ausgiebiges Frühstück an zu kleinem Tisch für zu viele Leute

Am Abend ging es auf ins „Blue Moon“, ein Lokal außerhalb Nelspruits, mit wahnsinnig schöner Kulisse. Der Außenbereich ist wie eine Art Amphitheater am Hang gelegen und von dort schaut man auf ein halbrundes Gebäude, das an einer Seite komplett offen ist. Darin befindet sich dann die Bühne, das heißt man kann entweder von den breiten Stufen außen – teilweise mit Feuerkörben bestückt – oder vom seitlichen Sitzbereich innen der Musik lauschen. Einfach ein Lokation, die man gesehen haben muss. Dort traten dann verschiedene ansässige Bands auf, die teils eigene Lieder, teils Coversongs zum Besten gaben.

So klang unser Geburtstagsmarathon schön bei verschiedenen Stilen der Rockmusik aus.



Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an alle Gratulanten! Ngiyabonga!

- to be continued -

Dienstag, 6. Oktober 2009

Chips & Toast & Peri-Peri

Ich habe beschlossen dem südafrikanischen Essen hin und wieder einen eigenen Eintrag zu widmen. Im German Cottage kochen wir Freiwilligen zwar eigentlich immer selbst, doch ab und zu wird auch auswärts gegessen. Und da tauchen dann doch schon mal Neuheiten und Unterschiede auf.
Hier das erste Beispiel:


Pommes „Township-style“

Pommes gibt es wohl überall auf der Welt, doch jedes Land hat unterschiedliche Vorstellungen über die beste Zubereitung und den geschmackvollsten Verzehr der gelben Knolle.
Auch die Südafrikaner sind hier keine Ausnahme.
Anstatt zu Onkel McDonald zu laufen, kauft man die Chips, wie Pommes hier heißen, in der Regel an Ständen oder in anderen Lokalitäten. Dabei sollte man sich als Europäer jedoch nicht unbedingt auf knusprige Stäbchen freuen. Die Pommes an sich sind normalerweise noch weich und grundsätzlich auch immer etwas dicker, aber dennoch genießbar.


Den speziellen südafrikanischen Charme machen jedoch nicht die Chips an sich aus, sondern die Art des Verzehrs. Nichts da mit „Pommes rot/weiß“ und schlichtem Essen mit Messer und Gabel! Überlicherweise werden hier mehrere Kartoffelsticks auf eine Toastbrotscheibe gelegt und anschließend in dieser eingewickelt, je nach Belieben ist das auch als Sandwich mit zwei Scheiben Weißbrot möglich. Hauptsache mit Toast (ungetostet natürlich).


Als ich diese Art Pommes zu Essen das erste Mal gesehen habe, dachte ich wirklich, dass es nicht schmecken kann. Aber ich muss wirklich sagen, es schmeckt. Ziemlich gut sogar. Vor allem, wenn dann noch die scharfe Peri-Peri-Sauce oder etwas Ähnliches über die Pommes geträufelt wurde (das Toastbrot nimmt gleich die zum Teil wahnsinnige Schärfe).


Fazit: Pommes „Township-style“ sind durchaus zu empfehlen, jedoch nicht gerade mit Diätplänen oder gesunder Ernährung vereinbar. ;)


Zum Abschluss auch noch einen besonderen Gruß an eine Genießerin, deren Name eigentlich untrennbar mit den Chips verbunden ist:
Eh Rebs!
Keep on with Chips "Township-style" in Germany! :)




Und um auch den zweiten Heimgereisten nicht zu vergessen:

Fabi, denk dran:
immer schön mit "scharf" bestellen!





- to be continued -