An meinem zweiten Wochenende in Südafrika ging es also gleich auf große Tour nach Huntington, ein kleines Dorf am Rande des Krüger Nationalparks, knappe zwei Stunden vom German Cottage entfernt. Auf der gemütlichen Fahrt im blauen Scout VW Bus ging es vorbei an der beeindruckenden Landschaft Mpumalangas und unser Gefährt wurde kurzerhand zum Himmel des Straßenverkehrs auserkohren.
Am Ziel angekommen, übergaben wir zunächst Spenden eines Hotels, größtenteils bestehend aus Bettbezügen und Handtüchern, an eine ansässige Kindertagesstätte. Nach einer kleinen Führung durch den leeren Speiseraum, wurden wir von unserem Gastgeber mit Essen versorgt. Excellent ist gerade dabei, sich einen eigenen Kiosk aufzubauen, an dem er frische Pommes verkauft, und servierte uns deshalb gleich seine Spezialität.
Jan und Rebecca in Excellent's Kiosk
Mit dem Food-to-go machten wir uns auf zum anderen Ende des Dorfes, um dort ein Fußballspiel zwischen zwei benachbarten Orten zu gucken. Das Spiel war durchaus interessant und wir Deutschen staunten über die Ausdauer und Geschwindigkeit der Südafrikaner. Sieger des Matches war selbstverständlich Huntington, obwohl ein Elfmeterschießen zum Schluss die Spannung noch einmal anhob.
Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zu Excellents Kiosk, von wo aus der Scout uns zu sich nach Hause führte. Dort lernten wir seine Mutter kennen, die Rebecca und mir großzügig ihr Schlafzimmer für die Nacht zur Verfügung stellte. Die Jungs wurden bei Excellent im Zimmer untergebracht.
Ich, Excellent,Fabi, Jan & Marvin vor dem Scoutbus bei Excellent zu Hause
Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, ging es auch schon zurück zum Geschäft um dort bald mit einem gemütlichen Braai zu beginnen. Neben Pap und Weißbrötchen, gab es außerdem gegrilltes Hähnchen, welches schon in der Dämmerung verspeist werden musste.
Excellent
Gesellschaft leistete uns dabei die ganze Zeit ein kleiner Junge aus dem Dorf namens „Likai“ (oder so ähnlich), der uns ganz selbstverständlich begleitete, mit uns aß und einfach so niedlich war, dass wir ihn nicht mehr gehen lassen wollten. Seine Mutter forderte ihn allerdings zu auf dem Weg nach Hause zurück.
Rebecca mit Likai
Als auch wir unser Mahl beendet hatten, ging es auf zum Lagerfeuer, das Excellents Scout-Truppe organisiert hatte. Ein südafrikanisches Campfire besteht aber im Gegensatz zu einem deutschen nicht nur aus Gitarrenmusik und Sternegucken, sondern bringt einiges an Action mit sich. Mehrere Stunden wurde zusammen gesungen, getanzt, gespielt und vor allem gelacht. Schon zu fortgeschrittener Stunde wurde die Glut dann sogar noch dazu benutzt, zwei frisch geschlachtete Hähnchen zu grillen. Hier erwies sich von uns Deutschen lediglich Fabi als mutig genug, diese auch zu kosten.
Nach einer ruhigen Nacht, brachen wir bereits früh wieder den Rückweg an, weil wir noch eine andere Verabredung getroffen hatten. Zuvor ließen wir es uns allerdings nicht nehmen, bei der Pommeszubereitung zuzusehen und ein letztes Gruppenfoto zu schießen.
Wieder in White River, setzten wir nur schnell Jan im Cottage ab und sammelten Jana, ein Au Pair aus der Gegend, ein, um anschließend ins Township Kabokweni zu fahren. Dort hatte uns Lunga, ein Rover Mpumalangas, in seine Kirche eingeladen und wir waren gespannt auf den südafrikanischen Gottesdienst. Die christliche Messe wurde im Wechsel zwischen siSwati und Englisch gehalten und dauerte zirka zwei Stunden, was nach dem aufregenden Vortag schon etwas anstrengend war. Aufgelockert wurden die Ansprachen jedoch von wunderschönen Gesängen, bei denen stets die ganze Menge einstimmte, und scheinbar willkürlichen „Amen! Amen!“-Ausrufen. Besonders im Vergleich mit einer deutschen Kirche, war der Gottesdienst ein buntes Treiben, mit ständigem Kommen und Gehen, großem Einbezug der Besucher und viel, viel Musik.
Anschließend lud uns Lunga zum Mittagessen zu sich nach Hause ein, wo seine Mutter und Schwester bereits Hähnchen, Reis und Gemüse zubereitet hatten. Es war ein schöner Lunch im Kreise der Familie und ich war wiedermal beeindruckt von der Gastfreundlichkeit der Menschen hier.
Nach einer kleinen Nachspeise, bestehend aus Pudding, zeigte Lunga uns zudem, wie man kleine Südafrika-Flaggen aus Perlen macht. Angestrengt saßen wir alle mit Nadel und Faden über den kleinen Kügelchen und fertigten uns unseren eigenen Anstecker, während im Fernsehen ein Fußballspiel zwischen nationalen Mannschaften lief.
Alles in allem ein wirklich schönes Wochenende mit viel Spaß und zahlreichen neuen Eindrücken von der Nation am Rande Afrikas …
- to be continued -
Sounds great :-)
AntwortenLöschenSawubona Caro,
AntwortenLöschenmein Name ist Korbi und wir sind seit neuestem Nachbarn hier im schoenen Suedafrika. :)
Zumindest vermute ich es...
Ich wohne seit 2,5 Tagen in White River und arbeite fuer eine NGO namens "Desmond Tutu Centre for Leadership" oder "C4L"
Zurzeit wohne und schlafe ich noch hier in dieser NGO mache mich aber demnaechst auf wohnungssuche... oder unterkunftssuche.
Ich wohne etwas ausserhalb von white river (vielleicht 2km) in richtung nelspruit. Leider konnte ich keine e-mail adresse von dir ausfindig machen, deshalb hinterlasse ich dir einfach mal einen Kommentar...
Wenn du Lust und Zeit hast kannst du dich ja mal melden, wuerde mich freuen denn zuweilen kann es hier etwas langweilig werden wenn alle nach der arbeit nach hause fahren.
Meine suedafrikanische handynummer waere die 0760562122, e-mail: korbinian_schink@web.de
bis bald vielleicht
Korbi