Sonntag, 21. März 2010

TIVANANI - Get to know each other

Bisher drehten sich die Berichte auf meinem Blog ja fast ausschließlich um Erlebnisse in meiner Freizeit und manch einer könnte gar den Eindruck gewinnen, dass ich hier nur Urlaub mache. Da dem aber ganz sicher nicht so ist, hier ein Eintrag zu einem Projekt, das einen Großteil meiner Arbeitzeit in Anspruch nimmt.

Relativ am Anfang meiner Zeit hier wurden die Projekte für 2010 unter mir und Maja aufgeteilt. Während Maja eine Kampagne zum Thema Tuberkulose entwarf, übernahm ich ein Programm, das sich mit Fußball beschäftigt.

"Street soccer" ist eine abgewandelte Form des Ballspiels, das schon auf der ganzen Welt verbreitet ist. Dabei gilt in der Regel:
- 8 Spieler pro Team -> gespielt wird 5 gegen 5
- das Spielfeld ist verkleinert -> kann mehr oder weniger überall gespielt werden
- extra Punkte für Tore, die durch ein Mädchen erzielt werden
- Prinzipien: Fairplay, Leadership und Teamwork


Über die letzten Jahre hat Scouting Mpumalanga mit der deutschen Organisation GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) kooperiert und Street Soccer als "Tool for youth development" ("Methode zur Jugendförderung") eingesetzt.
Die ersten beiden Projekte dieser Art trugen die Namen "Asilweni - Let us fight (for our rights to say NO)" und "Pumelela - We want to succeed". Und auch dieses Jahr werden die Scouts wieder den Sport nutzen um die Jugend anzusprechen.

"Tivanani - Get to know each other" wird unser Projekt in 2010 heißen.
Der Name bezieht sich auf nichts anderes als die nahende Weltmeisterschaft in Südafrika. Mit all den verschiedenen Menschen, die ins Land kommen, um Fußball zu schauen und zu spielen, wollen die Pfadfinder die Leute animieren sich gegenseitig kennen zu lernen.

Die Idee des gesamten Programms bleibt dabei in etwa die gleiche, wie bei den Vorgängern.
Zuerst nehmen 26 unserer Rover an Workshops teil, die sie vorbereiten sollen, selbst Seminare mit Kindern gestalten zu können. Dieses Jahr werden davon insgesamt 3 stattfinden, davon einer zum Thema "Event management" allerdings erst zu Beginn der Weltmeisterschaft.
Danach schließen sich jeweils zwei Rover zusammen die übers ganze Jahr als Coaches ein Team mit Scouts im Alter von 12-15 Jahren trainieren. In 6 sogenannten Skills workshops bringen die Rover den 13 Mannschaft zum einen bestimmte Themen nahe, die für ihr weiteres Leben wichtig sind (life skills), und fördern auf der anderen Seite ihre Fußballfertigkeiten (sports skills). Diskussionsthemen in diesem Jahr sind Gruppenzwang, Leitung, Selbstdisziplin, Menschenhandel, Teenagerschwangerschaften und Tuberkulose. Diese Kombination aus Lernen fürs (Über-)Leben und gesundem Lebensstil durch Bewegung wird man so in keinem Fußballverein wiederfinden.
Mitte der Weltmeisterschaft werden die Teams dann beweisen müssen, was sie bis dato gelernt haben. Am 26. Juni werden Mini-Weltmeisterschaftsturniere stattfinden, bei denen jeweils die Mannschaften aus zwei Bezirken gegeneinander antreten. Dieses Ereignis wird von den Rovern selbst organisiert werden und soll im Stile des FIFA-Events ablaufen.
Im September kommen dann letztendlich alle Teams zusammen und beschließen das fußballerische Programm mit einem großen Provinzturnier während des Sommerlagers.
Tivanani ist damit jedoch noch nicht vorbei. Da es das dritte Projekt dieser Art ist und die umfassenden Themen alle aufeinander aufbauen, sollen die Scouts dieses Jahr endlich Verantwortung übernehmen. Dafür werden sie im November und Dezember ausströmen und in irgendeiner Weise Gemeinschaftsdienst verrichten. Dies kann von einer Müllsammelaktion bis zu Aufbauarbeiten in einem Waisenhaus reichen.
Um das Projekt für alle Teilnehmer abzuschließen werden sich die Rover im Dezember noch zu einem Reflexionstreffen zusammenfinden. Hier besprechen die Coaches dann was gut war, was verbesserungswürdig, teilen ihre Erfahrungen und setzten so das Ende von Tivanani.

Mein Job spielt sich bei einem solchen Projekt eher hinter der Bühne ab.
Meinen ersten Kontakt zum Street Soccer Programm machte ich schon mit dem Abschluss des letztjährigen Projekts Pumelela. Hier stellte ich eine Art große Abrechnung in drei Teilen zusammen, die dann ans GTZ geschickt wurde, und half nebenbei bei der Organisation der ausstehenden Events.
Mit dem Beginn dieses Jahres gingen wir dann aber endlich zu Tivanani über.
Namensgebung und Änderungen des Programms wurde von den Fieldworkern übernommen. Budget und damit verbundenes Jonglieren mit Zahlen war Nikkis Sache.
Ich kam dann beim eigentlichen Projektantrag ans GTZ zum Zug, an dem ich beinahe den ganzen Januar feilte. Dieser wurde dann an die Partnerorganisation geschickt und nach einer gefühlten Ewigkeit und mit so manchen Änderungen, was vor allem das Budget betraf, endlich abgesegnet. Danach ging für mich endlich das tatsächliche Handeln los, denn die Roverworkshops sollten schon zwischen Februar und April stattfinden und wollten organisiert werden.

Und genau hier stehe ich nun mit meiner Arbeit. Das erste Seminar fand letzte Woche statt und das zweite folgt direkt dieses Wochenende. Dazu aber dann mehr, wenn beide Workshops abgeschlossen sind...

- to be continued -

Dienstag, 2. März 2010

The Adventures of Batman & Caro

Da wollte ich nach meinem ersten Hockey-Training heute eigentlich einmal früher ins Bett und dann hielt ein unerwarteter Besucher meine neue Mitfreiwillige Hanna und mich gewaltig auf Trab.

Wir wollten gerade unser Abendessen beenden, als im Sturzflug etwas auf uns herabstürzte. Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob es sich um einen Vogel, eine riesige Motte oder sonst etwas handelte, aber nach genauen Beobachtungen vom Boden aus waren wir sicher:
eine Fledermaus im Cottage!


Nachdem wir alle Türen und Fenster geöffnet hatten, um "Eddie", wie wir ihn getauft hatten, seinen Weg zu ebnen, saßen wir gebannt auf dem Fußboden und betrachteten den kleinen Flattermann fasziniert. Eddie schien aber verständlicherweise etwas aufgebracht, lies zunächst alle möglichen Ausgänge links liegen und flog in hektischen Bögen und Kreisen vom Wohnzimmer in die Küche und zurück.

Wo ist Eddie?

Als wir schon dachten, er wäre endlich durch ein Fenster entkommen, und ich den Vorhang in der Küche zuziehen wollte, kam er mir noch einmal in hohem Bogen entgegen. Nur durch einen Sturz zu Boden konnte ich einem Zusammenprall entgehen und Hanna und ich bekamen uns vor Lachen kaum mehr ein, nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte.

Nach ca. einer Stunde, die Eddie mit uns verbrachte, war er nicht mehr aufzufinden. Ich hoffe, er hat seinen Weg in die Freiheit gefunden. Vorsichtshalber werde ich aber vielleicht doch etwas Knoblauch mit in mein Zimmer nehmen ... ;)

- to be continued -

Montag, 1. März 2010

Eilmeldung - Baum fällt

Während in Deutschland Bäume wegen starkem Sturm umgeweht werden, fallen im Garten der Olé-Farm aus heiterem Himmel Palmen um.


White River, SA - ca. 9 Uhr - Monday Meeting im Scout Office

Alles schien ganz normal. Die Belegschaft des Pfadfinderbüros in Mpumalanga hatte sich gerade für die allwöchentliche Montagsbesprechung im Haus versammelt, als es geschah. Ein lautes Knacken, Krachen und dann Stille. Ein Blick aus dem Fenster verriet: eine Palme der Gartenbepflanzung war zu Boden gegangen.
Die Ursachen den Vorfalls sind bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ungeklärt, aber die Ermittlungen laufen. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Mysteriös bleibt der Fall vor allem, da bereits vor zwei Monaten eine benachbarte Palme umstürzte, die nur noch leblos geborgen werden konnte. Für diesen Vorfall konnten jedoch bis heute keine Zeugen gefunden werden.
Nun bleibt es abzuwarten, was mit der letzten Palme geschieht. Wird auch sie zu Grunde gehen, der seltsamen Seuche zum Opfer fallen? Oder wird sie am traurigen Schicksal ihrer zwei Kumpanen nur noch wachsen?

Bild vom Tatort - die Ursachen bleiben ungewiss.

Volunteer News wird weiter darüber berichten.

- to be continued -