Relativ am Anfang meiner Zeit hier wurden die Projekte für 2010 unter mir und Maja aufgeteilt. Während Maja eine Kampagne zum Thema Tuberkulose entwarf, übernahm ich ein Programm, das sich mit Fußball beschäftigt.
"Street soccer" ist eine abgewandelte Form des Ballspiels, das schon auf der ganzen Welt verbreitet ist. Dabei gilt in der Regel:
- 8 Spieler pro Team -> gespielt wird 5 gegen 5
- das Spielfeld ist verkleinert -> kann mehr oder weniger überall gespielt werden
- extra Punkte für Tore, die durch ein Mädchen erzielt werden
- Prinzipien: Fairplay, Leadership und Teamwork

Über die letzten Jahre hat Scouting Mpumalanga mit der deutschen Organisation GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) kooperiert und Street Soccer als "Tool for youth development" ("Methode zur Jugendförderung") eingesetzt.
Die ersten beiden Projekte dieser Art trugen die Namen "Asilweni - Let us fight (for our rights to say NO)" und "Pumelela - We want to succeed". Und auch dieses Jahr werden die Scouts wieder den Sport nutzen um die Jugend anzusprechen.
"Tivanani - Get to know each other" wird unser Projekt in 2010 heißen.
Der Name bezieht sich auf nichts anderes als die nahende Weltmeisterschaft in Südafrika. Mit all den verschiedenen Menschen, die ins Land kommen, um Fußball zu schauen und zu spielen, wollen die Pfadfinder die Leute animieren sich gegenseitig kennen zu lernen.
Die Idee des gesamten Programms bleibt dabei in etwa die gleiche, wie bei den Vorgängern.
Zuerst nehmen 26 unserer Rover an Workshops teil, die sie vorbereiten sollen, selbst Seminare mit Kindern gestalten zu können. Dieses Jahr werden davon insgesamt 3 stattfinden, davon einer zum Thema "Event management" allerdings erst zu Beginn der Weltmeisterschaft.
Danach schließen sich jeweils zwei Rover zusammen die übers ganze Jahr als Coaches ein Team mit Scouts im Alter von 12-15 Jahren trainieren. In 6 sogenannten Skills workshops bringen die Rover den 13 Mannschaft zum einen bestimmte Themen nahe, die für ihr weiteres Leben wichtig sind (life skills), und fördern auf der anderen Seite ihre Fußballfertigkeiten (sports skills). Diskussionsthemen in diesem Jahr sind Gruppenzwang, Leitung, Selbstdisziplin, Menschenhandel, Teenagerschwangerschaften und Tuberkulose. Diese Kombination aus Lernen fürs (Über-)Leben und gesundem Lebensstil durch Bewegung wird man so in keinem Fußballverein wiederfinden.
Mitte der Weltmeisterschaft werden die Teams dann beweisen müssen, was sie bis dato gelernt haben. Am 26. Juni werden Mini-Weltmeisterschaftsturniere stattfinden, bei denen jeweils die Mannschaften aus zwei Bezirken gegeneinander antreten. Dieses Ereignis wird von den Rovern selbst organisiert werden und soll im Stile des FIFA-Events ablaufen.
Im September kommen dann letztendlich alle Teams zusammen und beschließen das fußballerische Programm mit einem großen Provinzturnier während des Sommerlagers.
Tivanani ist damit jedoch noch nicht vorbei. Da es das dritte Projekt dieser Art ist und die umfassenden Themen alle aufeinander aufbauen, sollen die Scouts dieses Jahr endlich Verantwortung übernehmen. Dafür werden sie im November und Dezember ausströmen und in irgendeiner Weise Gemeinschaftsdienst verrichten. Dies kann von einer Müllsammelaktion bis zu Aufbauarbeiten in einem Waisenhaus reichen.
Um das Projekt für alle Teilnehmer abzuschließen werden sich die Rover im Dezember noch zu einem Reflexionstreffen zusammenfinden. Hier besprechen die Coaches dann was gut war, was verbesserungswürdig, teilen ihre Erfahrungen und setzten so das Ende von Tivanani.
Mein Job spielt sich bei einem solchen Projekt eher hinter der Bühne ab.
Meinen ersten Kontakt zum Street Soccer Programm machte ich schon mit dem Abschluss des letztjährigen Projekts Pumelela. Hier stellte ich eine Art große Abrechnung in drei Teilen zusammen, die dann ans GTZ geschickt wurde, und half nebenbei bei der Organisation der ausstehenden Events.
Mit dem Beginn dieses Jahres gingen wir dann aber endlich zu Tivanani über.
Namensgebung und Änderungen des Programms wurde von den Fieldworkern übernommen. Budget und damit verbundenes Jonglieren mit Zahlen war Nikkis Sache.
Ich kam dann beim eigentlichen Projektantrag ans GTZ zum Zug, an dem ich beinahe den ganzen Januar feilte. Dieser wurde dann an die Partnerorganisation geschickt und nach einer gefühlten Ewigkeit und mit so manchen Änderungen, was vor allem das Budget betraf, endlich abgesegnet. Danach ging für mich endlich das tatsächliche Handeln los, denn die Roverworkshops sollten schon zwischen Februar und April stattfinden und wollten organisiert werden.
Und genau hier stehe ich nun mit meiner Arbeit. Das erste Seminar fand letzte Woche statt und das zweite folgt direkt dieses Wochenende. Dazu aber dann mehr, wenn beide Workshops abgeschlossen sind...
- to be continued -
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